Schultheatertage 2019


Einmal auf einer richtigen Bühne aufzutreten, dass wünscht sich doch jede Theatergruppe einmal. Glücklicherweise wurde auch dieses Jahr ausgewählten Gruppen diese Chance ermöglicht, und zwar im Rahmen der Schultheatertage.

 

Die Schultheatertage sind ein gemeinsames Projekt des Musiktheaters im Revier (MiR) und des Consoltheaters, welches kleine Schultheatergruppen die Möglichkeit gibt, ihre eigenen Stücke auf einer richtigen Bühne vorzutragen. Vom 26. bis zum 28. Mai dieses Jahres fanden die 19. Schultheatertage statt und es wurde richtig international. Insgesamt sind vier Schulen mit fünf Stücken, drei davon in englischer Sprache, aufgetreten: die Barbara-Schule, das Anette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium, das Leibniz-Gymnasium und das Sophie-Scholl-Gymnasium.

Das Projekt begann am 26. mit der Eröffnungsfeier, welche von Britta Schünemann (MiR) und Ulrike Czermak geleitet wurde. Anschließend sprachen Oberbürgermeister Frank Baranowski, der Schirmherr des Projektes, und Chef-Dramaturg Georg Kentrup (MiR). Als nächstes wurden die einzelnen Theatergruppen vorgestellt und trugen einen kleinen Ausschnitt ihres Stückes vor. Nach einer kleinen Pause trat dann die erste Gruppe auf.

 

Die Barbara-Schule, eine Grundschule, stellte verschiedene Puppentheater-Geschichten vor. Dabei war es den Kindern wichtig bei ihrem jeweiligen Stück eine Moral zu vermitteln. In Kleingruppen war es dem Publikum möglich sich die einzelnen Puppengeschichten anzusehen. Es gab ein kleines Stück über eine bunte Vogelschar, die nur gemeinsam schön genug singen konnte, um von einem Bauern gefüttert zu werden. Desweiteren gab es eine Geschichte, in der Handpuppen aus verschiedenen Orten der Welt aufeinander trafen und zusammen in kleinen Szenen agierten. „Auch die Puppen wollen wandern, von dem einem Ort zu andern. (...)“. Die letzte Erzählung handelte von kleinen Fabeln, welche als Schattenspiel präsentiert wurden. Die Kinder haben sich viel Mühe gegeben Emotionen, Orte und Aussagen mit selbst aufgeführter Musik zu untermalen.

 

Das Sophie-Scholl-Gymnasium aus Oberhausen stellte ihr Stück „Dirty Dirty Princess“ am 27. vor, komplett in englischer Sprache. Es handelte von dem 13 Jahre alten Mädchen Stacey, welches eigentlich extrem beliebt war. Doch nachdem sie mit dem älteren Jungen Daniel während einer Party auf ein Zimmer verschwindet, brodelt die Gerüchteküche. Stacey wird auf einmal von ihrer ganzen Schule gemobbt und fühlt sich nirgendwo mehr sicher, auch nicht bei ihrer eigenen Mutter oder ihrem Cousin Mark. Schlussendlich beschließt sie, in einem Bibelkreis nach Hilfe zu suchen, doch auch dort werden ihre Fragen nicht beantwortet. Es dauert bis zum Ende des Stückes bis der Zuschauer endlich erfährt, was wirklich zwischen Daniel und Stacey passiert ist, was der Junge Luke mit all dem zu tun hat und was zwischen Mutter und Tochter vorgefallen ist. Zwar war dies keine Eigenproduktion, jedoch haben die Schüler einige Szenen geändert und umgeschrieben. Das Schauspiel und die Aussprache waren wirklich gelungen und die Story sehr spannend.

 

Am selben Tag wurde das Stück „Shooting Truth“, geschrieben von Molly Davis, von dem Anette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium vorgeführt. In dem Stück hat sich eine Gruppe von Jugendlichen zusammen getan um einen Film zu drehen, doch dem Team fällt keine gute Geschichte ein. Bis sich die Außenseiterin Alice einmischt und von Freya erzählt, die zur Zeit der Hexenverfolgung lebte und fälschlicher Weise für eine Hexe gehalten wurde. Durch ein paar Komplikationen erhält Alice sogar die Rolle von Freya in dem Film, jedoch sind die Jugendlichen unzufrieden mit ihrem Schauspiel und fangen an, sie durch den Wald zu jagen - ein ähnliches Schicksal wie auch dem Mädchen Freya passiert war. Die Idee zwischen den beiden Schicksalen der Frauen hin und her zu springen hat uns wirklich gefallen und auch die Schauspieler haben saubere Arbeit geleistet.

 

Am letzten Tag, dem 28., fanden die beiden Stücke des Leibniz-Gymnasiums statt. Am Morgen wurde „It´s all about the drama“ vorgeführt. Ein Stück über einen Drama-Club, welcher Shakespeares berühmte Geschichte „Romeo und Julia“ vorspielen möchte. Komplikationen unter den Schauspielern führen jedoch zu Streit und bald ist die ganze Aufführung in Gefahr. Schlussendlich schaffen die Schüler es, ihre Probleme mehr oder weniger gut zu lösen und das Stück kommt auf die Bühne. Leider war nicht nur das Spielen mit der englischen und deutschen Sprache Schuld daran, dass man dem Stück schwer folgen konnte.

 

Als letztes kam dann das Stück „Es war einmal ein Mord“, welches ebenfalls eine Eigenproduktion des Leibniz-Gymnasiums ist. Es sind viele Jahre vergangen seit die Bösen aus Grimms Märchen ihre Strafe erhalten haben. Nun fristen sie ein trauriges Dasein im Kerker. Doch haben sie so etwas wirklich verdient? Zum Beantworten dieser Frage bleibt nicht die Zeit, da einer nach dem andern der sieben ''Bösewichte'' umgebracht wird. Da die Ermittler keine Spur haben, beschließt Rosenrot die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Der stets hungrige Wolf und das betrunkene Rumpelstilzchen geben ihr dann die entscheidenden Hinweise und schnell wird klar, dass eine Person außerhalb des Kerkers der Mörder sein muss. Bei der Gerichtsverhandlung kommt dann die Wahrheit ans Licht. Der Diener von Königin Schneewittchen hat die drei Inhaftierten umgebracht um Aschenputtel für sich zu gewinnen. Am Ende vertragen sich alle ''Guten'' mit den ''Bösen'' und es gibt ein Happy End. Uns hat das Stück sehr gute gefallen. Es war witzig und unterhaltsam. Zudem haben die Schüler gut geschauspielert und sich eine gute Geschichte ausgedacht.

 

Am Abend des 28. fand dann die Abschlussveranstaltung statt, an der wir als Beobachtungsgruppe eine Zusammenfassung in visueller Form präsentieren mussten. Dies haben wir im Rahmen eines Castings gemacht. So suchten wir eine Prinzessin für unser neues Stück und fanden drei Mädchen namens Anastasia (It's all about the drama), Stacey (Dirty Dirty Princess) und Leanne (Shooting Truth), welche einzeln eine Zeile aus „Es war einmal ein Mord“ vortragen mussten. In unserer Vision hat Stacey die Rolle der Prinzessin bekommen. Auch benutzten wir, neben drei bekannten Figuren aus den fünf vorgestellten Stücken, noch Zitate und Verhaltensmuster der Schauspieler.

Wir fanden es eine ziemlich gelungene Veranstaltung, die uns viel Spaß gemacht hat.

 

S.B. & F.R. (Text)

Martin Weyer-von-Schoulz (Fotos)