Crash Kurs

Das Bild eines zerschellten Autos wird von dem Projektor auf die Leinwand eingeblendet. Viele Schüler ziehen verschreckte Gesichter, einige kämpfen mit den Tränen, während Andere bestürzt den Saal verlassen. Der Polizist, der vorne auf der Bühne steht, schaut betreten in die Menge. ,,Seht ihr dieses Bild?“, spricht er ins Mikrofon. ,,Der junge Fahrer hat sein Leben auf eine so grauenvolle Weise verloren, und das nur, weil er zu schnell gefahren ist und sein Fahrzeug vor einen Baum gesetzt hat.“

 

Am 14.02.2017 wurde in der Aula unserer Schule eine Präsentation namens „Crash Kurs“ vorgeführt, geleitet von zwei Polizisten, zwei Notärzten und einem Feuerwehrmann. Ihr Vorhaben bestand daraus, uns Schüler auf die harte Realität von Verkehrsunfällen aufmerksam zu machen, indem sie dem jungen Publikum Bilder und Videos von solchen schlimmen Ereignissen zeigten. Sie verdeutlichten uns somit, dass wir uns besser an die Verkehrsregeln halten sollten. Während auf den Fotos überwiegend übelst verbeulte und zerschellte Autos zu sehen waren, stellten die Kurzfilme die Gefahren, die zu solchen Unfällen führen könnten, auf schrecklichste und detailreichste Weise dar. Dazwischen machten die Präsentatoren mehrere Pausen, um die Schüler über die verschiedenen Missgeschicke und ihre Ursachen aufzuklären.

 

,,Zu schnelles Fahren ist eine Ursache von solchen Unfällen“, erklärte einer der Polizisten. „Allerdings können auch die Tatsachen, dass man sich nicht angeschnallt hat, betrunken war oder einfach nicht richtig auf die Fahrbahn geachtet hat zu einem grauenvollen Tod führen.“ Auch seine Kollegen stimmten ihm zu. Besonders auf die blutigen Details gingen die Notärzte ein, die viele solcher Ereignisse hautnah miterlebt und behandelt hatten, und auch der Feuerwehrmann war der Meinung, dass wir als Fahrer uns an die Verkehrsregeln zu halten haben, solange wir nicht auch so einen schrecklichen Tod erleiden wollen.

 

Die meisten der Schüler hat diese Präsentation ziemlich geschockt. Einige brachen in Tränen aus, Andere dagegen trauerten im Stillen um die zahlreichen Opfer solcher Unfälle, während sich einige Andere wieder einigermaßen erholt hatten. Nach Umfragen wurde ebenso festgestellt, was für Meinungen verschiedene Schüler über die Veranstaltung hatten.

 

,,Es war jetzt nicht uninteressant“, meinte ein Zehntklässler, ,,aber ich glaube nicht, dass wir das für immer in Erinnerung behalten werden. Vielleicht denken wir da eine Woche drüber nach, aber danach vergessen wir das sozusagen wieder und überschreiten wahrscheinlich trotzdem die Regeln des Straßenverkehrs.“ Eine andere Schülerin konnte sich dieser Meinung jedoch nicht anschließen. „Es hat mich richtig schockiert, was ich da gesehen habe!“, sagte sie. „Es hat mich wirklich dazu inspiriert im späteren Leben besser aufzupassen. Besonders, da ich jetzt ein bisschen Angst vorm Autofahren habe.“ Eine weitere Aussage dagegen lautete: „Ganz ehrlich, ich habe keine Ahnung, ob mir diese Präsentation etwas gebracht hat. Es war zwar sehr extrem, was die da gezeigt haben, aber irgendwann begeht jeder mal einen Fehler und beachtet keine Regeln. Ich denke nicht, dass wir jetzt alle sicher vor Verkehrsunfällen sind, nur weil wir wissen, was passieren kann.“

A.D. (Text)